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2021 – Wie geht´s weiter? Was lernen wir aus Corona?

Inhaltsverzeichnis

Geht es dir auch so? –Wir haben unser ganzes Jahr mit Corona verbracht. Corona, Corona, Corona. – Keiner kann´s mehr hören!
Der Covid19-Ausbruch im Jahr 2020 hat unglaublich viel Veränderung angestoßen. Nicht nur unser Alltag sieht heute völlig anders aus als noch vor einem Jahr, 2020 hat uns auch als Menschen, als Gesellschaft nachhaltig verändert. Wir werden nicht mehr so sein wie vorher.

Viele der Veränderungen in Welt und Gesellschaft wollen wir gar nicht haben. Und dennoch: ob wir wollen oder nicht, wir haben ständig neue Gegebenheiten und das müssen wir akzeptieren und damit umgehen. Aber wie machen wir das?

Wir haben uns Gedanken gemacht vor welche Aufgaben uns Corona stellt:

  • Was sind die Anforderungen an uns als Unternehmen und an uns als Menschen?
  • Was geschieht in unserer Gesellschaft?
  • Und vor allem: Was sollten wir tun, welche Haltung braucht es jetzt?

Wir haben uns am Wort Corona orientiert und es einmal anders buchstabiert. Wie haben wir die letzten Wochen erlebt, was beschreibt diese unsere Gesellschaft in der vorweihnachtlichen Zeit?

C     Complex, more than ever…
O     Obliged to find new solutions
R     Resistant to accept the vital need to share
O     Open society-averse
N     Not willing to listen to each other
A     Addicted to story tellers

Corona

C          Complex, more than ever…

Komplexer denn je…

Ja, die Welt ist komplex. Das hat uns das Akronym VUCA ja auch schon hinreichend mitgeteilt. Doch durch die Pandemie zeigt sich Komplexität mehr als je zuvor.
Der Impfstoff gibt ein gutes Beispiel ab. Wir brauchen schnell einen Impfstoff. Wir bangen, wie lange die Entwicklung des Vaxins dauern wird. Und kaum ist es in Sicht tauchen die nächsten Fragen auf: wer kriegt ihn zuerst? Wer entscheidet auf welcher Grundlage? Wie wird er verteilt? Wie wird die Lieferkette sichergestellt – denn mancher Impfstoff muss bei -70° gelagert werden? Und, was, wenn die neue Mutation zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt? Wir wissen es einfach nicht. Die Komplexität mit der die Dinge heutzutage verwoben sind, ist nicht nur überraschend, sondern auch bewegend, weil wir viel über uns und unsere Gesellschaft lernen. Müssen. Denn in der Krise zeigt sich der Charakter…

O          Obliged to find new solutions

Verpflichtet neue Wege zu finden

So wie wir bisher agiert haben, werden wir nicht weiterkommen. Neue Herausforderungen brauchen neue Lösungen. Es bringt nichts, die alten Konzepte weiter zu entwickeln. Wir alle – ich und du, Unternehmen, Mitarbeiter, die Welt – haben die Aufgabe neue Lösungen zu finden! Denn der individuelle Erfolg, der Erfolg einer Branche reicht nicht aus. Neue Wege haben wir erst gefunden, wenn wir einander helfen, für einander einstehen und zurückstehen, statt Schuldige zu suchen.

R          Resistant to accept the vital need to share

Sich weigern zu akzeptieren, dass teilen lebensnotwendig ist

Wenn wir ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass alles komplex und zusammenhängend ist, dann sehen wir auch, dass wir als Menschen miteinander verbunden sind. Und das wiederum bedeutet, dass wir nicht weiterkommen, wenn wir ausschließlich in Kategorien wie „wir und die anderen“, von „meins und deins“ denken. Wir brauchen die Bereitschaft zu teilen.
Sharing ist bereits ein Begriff, der in den verschiedenen Konstellationen genutzt wird: CarSharing oder Information Sharing. Doch die Bereitschaft zu teilen, die wir als essentiell erachten, geht noch weiter. Es geht hier nicht um eine Haltung im Sinne von „ Ich habe so viel, also gebe ich mal ein bisschen ab.“ oder „Ja, kann man auch mal gemeinsam nutzen“. Die Haltung, die wir brauchen ist die Erkenntnis, dass teilen (über-) lebensnotwendig ist. Es ist in unser aller Interesse, zu schauen, wo etwas am dringlichsten gebraucht wird und die eigenen Ansprüche herunterzufahren.

Wie lässt sich das auf die Gesellschaft übertragen?

Im Jahr 2021 wird es Verteilungskämpfe geben – nicht nur um den Impfstoff, auch um wirtschaftliche Chancen, um das Überleben von Kulturschaffenden, Gastronomen und anderen Branchen.
Erhalten nicht die, bei denen es am notwendigsten ist zuerst im Impfstoff, dann hat das Auswirkungen auf uns alle.
Gehen ganze Branchen in die Knie, dann hat das einen Einfluss auf die Gesellschaft und somit auch auf uns. Wir sind stark vernetzt, wir hängen alle zusammen, wir sitzen in einem Boot. Wir kommen nur miteinander durch schwere Zeiten!
Wir sollten den Widerstand gegen diese Erkenntnis aufgeben.

O          Open society-averse

Aversion gegen eine offene Gesellschaft

Neue Lösungen lassen sich am besten finden, wenn wir neue Betrachtungsweisen annehmen. Alte Denkschemata werden uns nicht zu neuen Lösungen bringen. Andere Perspektiven dahingegen ermöglichen uns andere Herangehensweisen. Hier brauchen wir die Offenheit für Anderes, für Fremdes.
Dabei hilft uns das Konzept der Open Society, der offenen Gesellschaft. Dazu müssen wir unsere „Blase“ verlassen, uns mit Menschen und Positionen auseinandersetzen, die unseren eigenen Überzeugung widersprechen.

Offen für Fremdes

Es hilft uns nicht weiter einen Plan zu haben und diejenigen auszugrenzen, die nicht hinein passen. Wir brauchen freie Entwicklungsmöglichkeiten, gesellschaftlich so wie in Unternehmen. Populistische Grundhaltungen, die unterscheiden in „wir und die anderen“, die Aversionen gegen eine offene Gesellschaft hegen, die „zurück“ wollen bremsen konstruktive Entwicklungen aus.
Um wirklich offen miteinander umgehen zu können, müssen wir miteinander aufmerksam sein, brauchen wir zutrauen und einen aufrichtigen Umgang miteinander. So können wir uns auch Fremdem öffnen. Offen sein für Fremdes heißt nicht „Ich verliere meinen Kern, mein Wesen“. Es bedeutet sich selbst treu und gleichzeitig offen für Fremdes zu sein. Diese Balance werden wir brauchen!

Offene Gesellschaft

N          Not willing to listen to each other

Nicht bereit einander zuzuhören

Du hast es bestimmt auch schon erlebt: einer sagt etwas und sofort legen die anderen los. Jeder will nur noch seine Meinung unterbringen, dem anderen wird gar nicht zugehört. Man schiesst mit Abwertungen wie wie Covidioten, Schlafschafe und so weiter aufeinander. Aber ein Austausch, ein Verstehen oder auch nur Verstehen wollen findet oft gar nicht statt.
Doch genau das brauchen wir im Moment besonders: einander zu hören.
Jemand hat eine Meinung, die dir völlig befremdlich vorkommt? Dann sprecht miteinander!
Wenn wir einander nicht zuhören, dann können wir auch nicht verstehen. Das ist eine ganz banale Botschaft.

A          Addicted to story tellers

Abhängig von Geschichten Erzählern

Die momentane Situation: es gibt einen großen Druck durch den Virus, die Einschränkungen, die wirtschaftliche Situation und obendrein haben wir eine große Komplexität, die Orientierung schwierig macht. Wie also wollen wir uns schnellstmöglich die besten Informationen beschaffen, um dann auch die besten Lösungen zu finden?
Wir brauchen Menschen, die die Fakten kennen und verstehen und sie vereinfachen und erklären können, so dass wir dann tun, was jetzt richtig zu sein scheint. So sind wir zum Beispiel im Moment gerade abhängig von dem, was uns Virologen Epidemiologen, Infektologen aus ihrem Fachbereich berichten. Das ist Fluch und Segen zugleich. Denn es ist wunderbar, dass es hochspezialisierte Fachleute gibt, die ihr Wissen teilen. Jedoch haben wir in unglaublich vielen Fällen nicht die Möglichkeit Fakten zu überprüfen, weil uns die Grundkenntnisse fehlen und wir sie auch nicht in kürzester Zeit erwerben können.
Nichts desto trotz sind diese Geschichten die Grundlage für unser weiteres Handeln. Wie will ich mir selbst aus den Fakten ableiten, was eine gute Vorgehensweise in der Pandemie ist? Da bin ich schachmatt. Danke, wenn mir Herr Drosten eine gute glaubwürdige Geschichte erzählt. Wir sind abhängig von diesen Geschichten. Leider.
Denn natürlich gibt es auf der anderen Seite auch Storyteller – von denen wir alle intellektuellen moralisch Abstand nehmen – die ganz andere Geschichten erzählen wollen; die abgrenzen wollen, andere in einen Topf schmeißen und Fantasien schüren. Wir haben alle inzwischen verschiedene Verschwörungsgeschichten gehört, die jeder faktischen Grundlage entbehren.
Die Schwierigkeit in der momentan Situation ist: wem glaube ich seine Geschichte? Warum glaube ich sie? – Weil sie in meinen Werte-Rahmen passt? Auch wenn mir jemand noch so sympathisch erscheinen mag, lässt das Rückschlüsse auf den Fakten-Gehalt seiner Geschichte zu? Hier sind wir alle gefordert uns unsere Meinung zu bilden und zwar auf Basis der Fakten! – Und da wird es dann wieder komplex – womit wir wieder am Anfang beim C wären…

Lasst uns 2021 mit vielen Menschen eine gute Geschichte schreiben!

2021          –  Wie geht´s weiter?

Das Akronym Corona gibt uns einige Aufgaben im nächsten Jahr auf. Die wichtigste Botschaft ist:
Lasst uns in der nächsten Zeit darauf achten, dass wir uns mündig verhalten!
Teilen und wohlwollend, fürsorglich füreinander da sein sollte in 2021 unsere grundlegende Haltung sein!
Denn davon braucht die Welt gerade ein bisschen mehr als Slogans wie „America first“…

Die Autorinnen

berliner team - Kassandra Knebel
Kassandra Knebel
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Susanne Grätsch

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