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Work-Life-Balance für Manager – 5 goldene Regeln

Inhaltsverzeichnis

Der heutige Beitrag ist ein Gastartikel von Martin Auerswald (Biochemiker) und Martin Krowicki (Gesundheitsberater). Die beiden schreiben auf SchnellEinfachGesund und Primal-State über gesunde Gewohnheiten, mit denen jeder seinen Alltag gesünder und einfacher gestalten kann.

Work-Life-Balance

Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist ein zweischneidiges Schwert. Sie gibt uns die Möglichkeit produktiver zu sein, effizienter zu arbeiten und überall für Ihr Team und Ihre Kunden erreichbar zu sein. Gleichzeitig ist die Versuchung viel größer geworden, Arbeit mehr und mehr mit dem Privatleben zu vermischen.

 Vielleicht haben Sie sich selbst schon bei Situationen erwischt, bei denen Sie vor dem Einschlafen noch schnell E-Mails beantwortet haben, am Frühstückstisch mit der Familie ein Telefonat angenommen haben oder im Urlaub den Laptop aufgeklappt haben?
In Einzelsituationen ist dies sicher okay, wenn es aber zum Dauerzustand wird, ist die Work-Life-Balance definitiv in einem Missverhältnis. 

Viele Autoren und Manager wenden sich mittlerweile vom Konzept der Work-Life-Balance ab und sprechen lieber von der Life-Balance. Hierbei geht es darum, Arbeit als Teil des Lebens zu integrieren und mit den persönlichen Interessen in Einklang zu bringen. Damit Sie Ihre täglichen beruflichen Herausforderungen mit Ihrem Privat-/Familienleben vereinen können finden Sie hier 5 goldene Regeln.

Zeitmanagement

 

  1.  Parkinson’sches Gesetz: Definieren Sie Ihre Zeit

Zeit ist für die meisten Menschen zur wichtigsten Währung geworden und scheinbar ist das Zeit-Konto bei den meisten komplett überzogen. 

„Wir haben genug Zeit, wenn wir sie nur richtig verwenden.“

– Johann Wolfgang von Goethe

 

Damit Sie endlich das Raum-Zeit-Kontinuum verlassen, sollten Sie beginnen, Ihre Zeit zu definieren. Hintergrund dieser goldenen Regel ist das Parkinson’sche Gesetz:

“Work expands so as to fill the time available for its completion.”
„Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“

Das bedeutet, dass wir eben genau so viel Zeit für eine Aufgabe benötigen, wie wir dafür zur Verfügung haben. Ohne einen klar strukturierten Tag werden Sie sich schwer von Ihrer Arbeit lösen können und finden keinen Moment für sich. 

Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit und bestimmen Sie Ihre täglichen Verfügbarkeiten.

Wie möchten Sie Ihre Lebenszeit planen? – Es liegt in Ihrer Hand.

  • Wie viel Zeit nehmen Sie sich für Ihre Arbeit? 
  • Wie lange möchten Sie morgens mit der Familie frühstücken?
  • In welchem Zeitraum sind Sie für Ihre Mitarbeiter ansprechbar?
  • Wie viel Zeit soll Ihr Fitnesstraining in Anspruch nehmen?

 

Setzen Sie sich klare Zeitfenster

– am besten in Ihrem Kalender – und schützen Sie Ihre Zeit. Kommunizieren Sie dies an Ihre Mitarbeiter und Familie, um mehr Verständnis zu bekommen – am besten schon bevor der jeweilige Termin beginnt.

Geben Sie Ihrem Gegenüber einen freundlichen Hinweis: „Ich habe / wir haben für unseren Termin 30 Minuten eingeplant, okay?“. Dadurch gehen Sie beide einen Deal ein und werden die zur Verfügung stehende Zeit effektiv nutzen – davon profitieren beide Seiten.

Gleiches gilt für private Termine, wie zum Beispiel die Zeit im Fitnessstudio. Setzen Sie sich auch hier ein klares Ziel, zum Beispiel genau eine Stunde. So vermeiden Sie unnötiges herauszögern und fokussieren sich auf das Wesentliche.

 

Prioritaeten

 

  1.  Setzen Sie sich Ihre Top 3 Prioritäten

Oft wollen wir im Leben viel zu viel gleichzeitig, was uns meist überfordert. Nicht alle Ziele müssen so groß sein, dass sie uns einschüchtern. Prioritäten können Ihnen dabei helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – sie werden zu mächtigen Routinen für Ihren Alltag. 

Es empfiehlt sich, drei wirkliche Prioritäten zu setzen, die Sie um (fast) jeden Preis einhalten wollen. Am besten funktioniert es, wenn Sie Ihr Umfeld (Kollegen, Familie) darüber informieren und somit Klarheit für alle Beteiligten schaffen. Erklären Sie, warum dies wichtig für Sie ist – jeder wird Sie verstehen und Ihnen diese Zeit gönnen.

Ein Geschäftsführer aus dem Versicherungssektor hat sich zum Beispiel folgende Prioritäten gesetzt: acht Stunden Schlaf pro Tag, dreimal Sport pro Woche, ein Spielnachmittag mit der Familie. Diese drei Prioritäten hält er laut eigener Angaben zu 80 % ein, was sicher ein realistisches Ziel und dauerhaft umsetzbar ist. 

Wichtig ist, dass diese Prioritäten ein wirklicher Ausgleich für Sie sind. Sie sollen Ihrem Körper, Ihrem Geist und Ihrer Familie guttun, damit Sie neue Kraft schöpfen.

Was sind Ihre Prioritäten?

Ideen finden Sie hier:

Regeneration: 

  • jeden Morgen 10 Minuten Meditation
  • jeden Tag durchschnittlich 8 Stunden Schlaf
  • Powernap zum Mittag

Familie / Freunde:

  • ein Spielnachmittag mit den Kindern
  • gemeinsames Abendessen mit der Familie
  • ausgiebiges Sonntags-Frühstück
  • wöchentliches Treffen mit einer guten Freundin/einem guten Freund

Gesunde Ernährung:

  • jeden Tag ein großer Salat
  • jeden Tag zwei Eiweißshakes gegen den kleinen Hunger
  • 2,5 Liter gefiltertes Wasser oder Grüntee pro Tag

Fitness:

  • zweimal Sport pro Woche
  • 10.000 Schritte pro Tag

 

Meditation

 

  1.  Üben Sie sich in Achtsamkeit

Kennen Sie das? Sie springen von Termin zu Termin, von Tag zu Tag und von Woche zu Woche – bis zu dem Moment, an dem Sie sich fragen, warum die Zeit so schnell vergangen ist. Die Fülle an Aufgaben in unserem Leben sorgt für eine Schnelllebigkeit, der wir uns nur schlecht entziehen können, wenn die dies nicht aktiv tun. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie sich bewusste Momente suchen, in denen Sie NICHTS tun und auf sich selbst, Ihren Körper oder Ihre Umwelt achten. 

Setzen Sie sich Anker in Ihrem Tagesablauf, in denen Sie den Moment ganz bewusst wahrnehmen.

Das können zum Beispiel folgende sein:

  • bereiten Sie Ihren Kaffee ganz bewusst zu und genießen Sie ihn – sehen, schmecken und riechen Sie mit voller Aufmerksamkeit
  • gehen sie nach dem Mittag 15 Minuten im Park spazieren – verweilen Sie kurz auf einer Bank und schließen die Augen, spüren Sie die Sonne, den Wind und die Ruhe
  • stellen Sie sich einen Timer und unterbrechen Sie Ihre Arbeit alle 60 Minuten für 10 tiefe und bewusste Atemzüge

 

Sport

 

  1.  Achten Sie auf Ihren Körper

Als Manager sind Sie meist auf einer kognitiven Ebene tätig: steuern, entscheiden, kommunizieren, delegieren. Dabei gerät unser Körper schnell in Vergessenheit. Mühsam versucht er uns Signale zu senden: Müdigkeit, Rücken- und Nackenschmerzen oder Unruhe. Ignorieren wir diese Signale, werden Sie mit der Zeit lauter und können sich als chronische Symptome manifestieren. Der Nachteil ist, dass diese Signale ständig unsere geistigen Ressourcen anzapfen, d.h. Sie haben weniger Energie zur Verfügung.

Wer sich in seinem Körper unwohl fühlt, der wird dies früher oder später nach außen spiegeln.
Sicher kenn Sie das lateinische Sprichwort:

„Mens sana in corpore sano – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“.

Damit Sie auf Arbeit und im Privatleben mit Souveränität glänzen sollten Sie daher frühzeitig auf Ihren Körper achten.

Folgen Sie daher der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO):

Treiben Sie mindestens 2,5 Stunden moderaten Sport pro Woche.

Dafür hier noch einige Tipps:

  • Suchen Sie sich einen Personal Trainer, der Sie motiviert und Ihnen die Zeit der Trainingsplanung für ein optimales Workout abnimmt. 
  • Finden Sie einen Trainingspartner für gemeinsame sportliche Aktivitäten (Familie oder Freunde).
  • Vielleicht finden Sie Geschäftspartner oder Kollegen, die das nächste Brainstorming beim Joggen machen möchten.
  • Hochintensives Intervalltraining hilft Ihnen Zeit zu sparen und bietet dennoch ein effektives Training.
  • Erhöhen Sie die Alltagsaktivität: 10.00 Schritte pro Tag, Treppe statt Fahrstuhl, mit dem Rad zur Arbeit.

 

Morgenstunde

 

  1. Early-Bird: Nutzen Sie die Morgenstunden

(Ehemalige) Präsidenten wie Barack Obama haben sie …
Unternehmer wie Mark Zuckerberg haben sie …
Prominente wie Oprah Winfrey haben sie… 

… eine Morgenroutine.

 Das Konzept der Morgenroutine haben schon viele erfolgreiche Persönlichkeiten der Geschichte genutzt. Schon Mark Twain hat sich für die Morgenstunde ausgesprochen und motiviert dazu, die wichtigste Aufgabe des Tages schon am Morgen zu erfüllen:

 „[…] if the first thing you do each morning is to eat a live frog, you can go through the day with the satisfaction of knowing that that is probably the worst thing that is going to happen to you all day long.” 

– Mark Twain

Sinngemäß bedeutet dies, wenn Sie jeden Morgen zuerst mit der Aufgabe beginnen, die für Sie am schwierigsten zu bewältigen ist („einen Frosch essen”), dann können Sie mit der Einstellung durch den Tag gehen, dass Sie das Wichtigste schon erledigt haben und von da an jeder weiteren Aufgabe des Tages gewachsen sind.
Entscheiden Sie selbst, was diese Aufgabe sein kann. Das können einerseits berufliche Herausforderungen sein, wie die Vorbereitung einer Präsentation, aber auch private Herausforderungen, wie eben Sport und gesunde Ernährung. Diese sogenannte Eat-that-frog Technik wird Ihnen mehr Gelassenheit für den Tag geben. Sie könnten zum Beispiel vor Ihren Kindern aufstehen und schon die wichtigste Aufgabe des Tages erledigen. Danach haben Sie die Möglichkeit in Ruhe mit Ihrer Familie zu frühstücken. Danach haben Sie die nötige Gelassenheit und Motivation für weitere berufliche Herausforderungen.

 

 

 

Fazit

Arbeit und Privatleben lassen sich schwer voneinander trennen. Viel wichtiger ist es, dass Sie Ihre Arbeit als ein Teil von Ihnen in Ihr Leben integrieren. Dafür müssen Sie sich zunächst sicher werden, was für Ihr Leben, Ihre Familie und Ihre Gesundheit wichtig ist.

Lernen Sie Prioritäten zu setzen und Ihre Zeit sinnvoll einzuteilen. Wir sind uns sicher, dass Sie mit diesen Tipps die richtige Balance finden.

Die Autorinnen

berliner team - Kassandra Knebel
Kassandra Knebel
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Susanne Grätsch

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